Warum ist PVD die zusätzlichen Kosten wert?
Das Angebot an farbigen Wasserhähnen, Waschbecken und allen Arten von Bad- und Küchenzubehör ist heute riesig. Champagner, Kupfer, Rotguss... die Kunden sehen die Möglichkeiten, verstehen aber nicht immer, warum zum Beispiel eine Armatur viel teurer ist als eine andere. In diesem Zusammenhang fällt oft die Abkürzung PVD. Viele haben schon davon gehört, aber was es genau bedeutet, bleibt den Verbrauchern oft unklar. Genau deshalb ist es wichtig, dass Sie als Fachmann klar und deutlich erklären, was PVD ist, woher es kommt und warum es den Mehrpreis wert ist.
Um es klar zu sagen: PVD ist keine neue Erfindung aus der Welt der Innenarchitektur. In der Tat haben viele frühere Anwendungen, auch in der Werkzeugindustrie, nichts mit ausgefallenen Farben zu tun. PVD-Beschichtungen werden seit einiger Zeit auch in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt, vor allem wegen ihrer extremen Verschleißfestigkeit, Hitzebeständigkeit und ihres Schutzes vor Oxidation. Auch in der Halbleiter- und Elektronikindustrie und sogar im medizinischen Bereich für chirurgische Werkzeuge und Implantate hat PVD Einzug gehalten. Bei den Konsumgütern finden wir auch frühere Anwendungen bei Luxusgütern wie Uhren und Schmuck. Erst in den letzten 10-15 Jahren fand PVD seinen Weg in die Innenausstattung, einschließlich Armaturen. Dieser Ursprung erklärt sofort, warum die Oberfläche so widerstandsfähig und zuverlässig ist: PVD war nie als ‘hübsche Farbe’ gedacht, sondern als Hochleistungsschutzschicht.

PVD ist die Abkürzung für Physical Vapour Deposition (Physikalische Gasphasenabscheidung), frei übersetzt als physikalische Gasphasenabscheidung. Es handelt sich um eine dünne, extrem harte Beschichtung, die in Form eines Gasgemischs in einer Vakuumkammer auf das Metall des Wasserhahns - oder eines anderen Objekts - aufgebracht wird. Dabei wird die Beschichtung verdampft oder ‘gesputtert’, woraufhin die Atome als dünner Film an der Oberfläche haften. Dabei handelt es sich weder um einen Lack noch um eine klassische Chromschicht. Dank der speziellen Applikationsmethode haftet die Beschichtung extrem gut und ist wesentlich widerstandsfähiger gegen Kratzer, Reinigungsmittel und tägliche Abnutzung. Das Ergebnis für den Kunden ist eindeutig: Eine PVD-Armatur bleibt viel länger schön und behält ihre Farbe, selbst in stark beanspruchten Bädern und Küchen. Darüber hinaus bietet PVD eine besonders breite und stabile Farbpalette. Da der Farbton nicht von Pigmenten, sondern von Metall stammt, bleiben Farben wie Gold, Roségold, Kupfer, mattes Schwarz oder Rotguss gleichmäßig und über Jahre hinweg erhalten. Dies ist von großem Wert bei Projekten, bei denen Armaturen, Duschprofile und Zubehörteile in der gleichen Oberfläche ausgeführt werden müssen.

Die PVD-Beschichtung erfordert ein ausgeklügeltes Produktionsverfahren, eine strenge Qualitätskontrolle und Spezialausrüstung. Das erklärt den höheren Anschaffungspreis, aber diese Investition schlägt sich direkt in der Lebensdauer nieder. PVD-Beschichtete Armaturen halten länger, sind korrosionsbeständiger und erfordern weniger Wartung. Bei GROHE spricht man von einer PVD-Oberfläche, die zehnmal kratzfester und dreimal härter als Chrom ist, was die Armaturen extrem widerstandsfähig gegen Reibung und intensive Nutzung macht. Für den Endverbraucher bedeutet dies, dass die Gefahr von Beschädigungen geringer ist und sie seltener ausgetauscht werden müssen. Für den Installateur bedeutet dies weniger Serviceeinsätze und weniger wiederkehrende Probleme - ein Argument, das den Kunden in der Regel überzeugt, wenn es ihm klar erklärt wird.

Neben Ästhetik und Qualität bietet PVD auch klare Umweltvorteile. Im Gegensatz zu herkömmlichen Galvanisierungsverfahren werden bei PVD keine chemischen Bäder oder Schwermetalle verwendet. Es gibt kein kontaminiertes Spülwasser und es werden kaum schädliche Abfälle freigesetzt. Darüber hinaus garantiert die erhöhte Verschleißfestigkeit eine längere Lebensdauer der Armatur, so dass sie seltener ausgetauscht werden muss. Das bedeutet automatisch weniger Rohstoffe, weniger Produktion und weniger Transport. Es handelt sich also um eine Technologie, die nicht nur schön und robust ist, sondern auch in den Trend zu einer nachhaltigeren Materialwahl passt. Eine kritische Anmerkung: PVD ist allerdings ein energieintensives Verfahren, so dass die Umweltfreundlichkeit durch energieeffiziente Anlagen, Prozessoptimierung und den verwendeten Energiemix beeinflusst wird. Alles in allem kann man mit Fug und Recht behaupten, dass PVD viel mehr ist als nur ein modischer Farbton. Es handelt sich um eine hochwertige, extrem haltbare Beschichtung, die ihre Wurzeln in der Industrie hat und nun perfekt auf Bäder und Küchen übertragen werden kann. Wenn man den Kunden erklärt, woher PVD kommt, was es von Lack oder Chrom unterscheidet und warum es auch in Bezug auf Umwelt und Langlebigkeit eine kluge Wahl ist, lässt sich der Mehrpreis leicht rechtfertigen.