In dieser Ausgabe von Vision 2030 sprechen wir mit Ellie Hettema (Produktmanagerin) und Milan Veling (Kundenbetreuer) von ProdInter in Hoorn. Dieser renommierte Großhändler für dekorative Möbelbeschläge - Knöpfe und Griffe - hat seit Jahren ein gutes Auge für Form, Funktion und Trends. Wie sehen sie heute die Küche des Jahres 2030?

Dass sich die Technik in der Küche rasant entwickelt, steht für Hettema und Veling außer Frage. Künstliche Intelligenz, die Ihren Backofen steuert und die Garprozesse optimiert? Das ist jetzt Realität. Doch die Auswirkungen sehen sie gelassen: “KI kann noch nicht schmecken, ob etwas geschmacklich gut ist, also wird es immer eine zusätzliche Kontrolle geben. Man muss in allen Bereichen mit der Zeit gehen, auch in der Küche”, sagt Veling.
Aber trotz dieses technologischen Fortschritts sehen sie bei ProdInter, dass Ästhetik immer noch hoch im Kurs steht. “Glücklicherweise setzt sich die Schönheit immer noch durch. Und das wird sie auch weiterhin tun. Das Aussehen steht an erster Stelle, erst dann kommt die Ausstattung”, sagt Hettema. Dabei spielen dekorative Möbelbeschläge eine bemerkenswerte Rolle. “Bei der Ästhetik achten die Leute auf das Design und die Verarbeitung. Es muss zum Ganzen passen”, betont sie.


Dabei ist der Griff - oder Knauf - alles andere als ein Detail. Vielmehr ist er oft das Element, das das Design vervollständigt. “Ein Griff kann eine Küche ausmachen oder zerstören”, argumentiert Veling. “Er kann genau das letzte, passende Element sein. Die Verarbeitung und das Design müssen zum Rest passen”. Sie sehen dies auch in der Kombination von grifflosen Systemen mit auffälligen Griffen. Veling: “Die Kücheninsel ist oft grifflos, aber bei Hochschränken, Kühlschränken und Geschirrspülern sieht man immer öfter wieder einen Griff. Sie dürfen wieder hervorstechen. Wir nennen das ‘The Finishing Touch’.”
Auch praktische Überlegungen halten den Griff am Leben. “Wenn der Strom ausfällt, funktioniert ein Griff immer. Solange auch wir als Großhändler mit unserem Sortiment in Form und Aussehen überraschen, wird der Griff nicht verschwinden.”
Ihrer Meinung nach muss ein guter Griff einfache, aber wesentliche Anforderungen erfüllen: Er muss angenehm zu bedienen sein, darf keine scharfen Kanten aufweisen und muss genügend Abstand zwischen Platte und Griff haben. “Wenn der Griff zu nah an der Platte ist und man dadurch den Halt verliert, geht die Benutzerfreundlichkeit verloren”, sagt Hettema.
Dennoch ist der Griff oft eine der letzten Entscheidungen im Designprozess. “Zuerst wird die Oberfläche von Armatur und Waschbecken betrachtet, und der Griff wird darauf abgestimmt. Diese Elemente machen das Design komplementär”.”


Was wird die Zukunft in Bezug auf den Stil bringen? Hettema und Veling zufolge werden wir immer mehr warme Töne und minimalistische Formen sehen, aber auch eine Aufwertung des Brutalismus. “Edelstahl ist wieder im Kommen. Holz ist beliebt, aber es gibt auch Interesse an anderen Materialien als Standardmetall”. Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein Faktor: “Wir haben mit einer niederländischen Firma zusammengearbeitet, um einen Griff aus 100% recyceltem Material zu entwickeln.” Was die Designorientierung betrifft, so sind Italien und Skandinavien führend. “Italien ist ein wichtiger Lieferant von uns, aber auch aus Skandinavien kommen überraschende Designs. Auf diese Weise halten wir unsere Kollektion breit und aktuell.”
Was auch immer die Küche des Jahres 2030 bringt: Der Griff - und der Knauf - bleibt ein greifbarer, sichtbarer Ausdruck von Stil und Funktionalität.